P2 – Einrichtung eines Gremiums zur Ermittlung der Parameter für die Auswirkungen von Phthalaten und Phytocannabinoiden auf die Atemwege und Fortpflanzungsorgane bei Frauen und Männern durch Inhalation
Das Einatmen ist ein Weg der chemischen Exposition im häuslichen, beruflichen und Freizeitbereich sowie in unbeabsichtigten und beabsichtigten Szenarien. Es gibt wachsende Bedenken hinsichtlich des Beitrags von inhalierten endokrin wirksamen Stoffen, darunter einige Kunststoffadditive und Phytocannabinoide, zu gesundheitsschädlichen Auswirkungen. Diese Stoffe werden mit Atemwegserkrankungen, Unfruchtbarkeit und Stoffwechselstörungen in Verbindung gebracht. Ihre Toxikokinetik und toxikologischen Mechanismen sind jedoch noch nicht ausreichend verstanden, um die Bewertung chemischer Risiken und den Schutz der öffentlichen Gesundheit zu verbessern.
Diese Studie konzentriert sich auf Kunststoffadditive, die unbeabsichtigt durch Umwelt- und Berufsbelastung eingeatmet werden, sowie auf Phytocannabinoide, die zu Freizeitzwecken oder medizinisch inhaliert werden. Aufgrund ihrer unterschiedlichen physikalisch-chemischen Eigenschaften und Expositionskontexte sind sie relevante Modelle für die Bewertung toxikologischer Reaktionen durch Inhalation. Durch die Analyse von Körperflüssigkeiten (Blut, Urin und Sperma) exponierter Freiwilliger wollen wir die Absorption, Verteilung, den Metabolismus und die Ausscheidung dieser Verbindungen während kurzer und langer Expositionszeiten charakterisieren und ihre interne Dosis bestimmen – also die Menge, die in den Körper gelangt und mit biologischen Systemen interagiert. Mithilfe eines in vitro-zu-in vivo-Extrapolationsansatzes werden wir die biologischen Auswirkungen ausgewählter Kunststoffadditive und Phytocannabinoide auf die Lungenfunktion, die Hormonregulation, die Fruchtbarkeit und den globalen biochemischen Phänotyp untersuchen, um die Wirkungsweise zu verstehen.
Diese Forschung wird wichtige Erkenntnisse zur Inhalationstoxikologie liefern und damit die Risikobewertung und Strategien im Bereich der öffentlichen Gesundheit verbessern, um schädliche Expositionen gegenüber Kunststoffadditiven und Phytocannabinoiden zu reduzieren. Sie wird auch die Aufsichtsbehörden unterstützen, indem sie zu nationalen und internationalen Bemühungen zum Verständnis der Mechanismen beiträgt, die gesundheitsschädliche Auswirkungen verursachen.
Projektleiterin: Myriam Borgatta – Unisanté (Uni Lausanne)